Gimp: Rote-Augen-Reduktion

(für die des Englischen Mächtigen: "rat eye" reduction )

Erstellt am: Montag, 24. Mai 2004
von Spacepenguin


thumbs/ChristelDall_Rat_no9_800.jpg
Christel Dall, Rat No.9
thumbs/ChristelDall_Rat_no9_redeyereduction_800.jpg
und mit "normalisiertem" Auge
thumbs/eye_org_lupe.jpg
das geblitzte Auge in Lupenansicht
thumbs/rateye_mod_lupe.jpg
das modifizierte Auge in Lupenansicht
Wie schon bei den Farbsäumen angesprochen, lassen sich zu farbige Bereiche mit Hilfe der Farb-Sättigung (unter Ebene - Farben) abschwächen. Diese Technik kann man auch für das Entfernen rotgeblitzter Augen benutzen. Die Ratte auf dem hier verwendeten, IMHO sehr schönen, Portrait-Foto (mit freundlicher Genehmigung von Christel Dall) hat schon bei normalem Licht rötlich schimmernde Augen, was durch den Blitz erheblich verstärkt wird.

Zuerst vergrößere ich (wie immer, wenn es um kleine Bildbereiche und Genauigkeit geht) die Bildansicht auf 400% (je nach Originalbild-Größe). Dann umzäune ich das rote Auge mit dem Freihandlasso-Tool (wer damit besser klar kommt, kann auch das Umriss-Tool mit der Schere nehmen), als Umrisssaum wähle ich 20 (bei einer Bildgröße von 1400x1050 - das entspräche ca. 11 bei 800x600).

! ... ! Wer mit dem Lasso-Tool etc. nicht klarkommt, kann auch die Kreisauswahl benutzen. Dazu am besten eine horizontale und waagerechte Hilfslinie aus den Linealen links und oben herausziehen und den oberen und linken Augenrand damit eingrenzen. Dann mit Hilfe des Kreistools einen Kreis, beginnend im Schnittpunkt der beiden Hilfslinien, aufziehen, bis er möglichst recht genau die Größe der roten Augenfläche hat. Hier aber genauso auf die ausgeblendeten Kanten achten.

In der Farbsättigung wähle ich die Farbe Rot aus und vermindere die Sättigung auf -50 und die Helligkeit auf -85. Ich wähle bewußt nur die rote Farbe und nicht den Gesamt-Farbraum, da ich den hellen Lichtreflex im Auge nicht zerstören möchte.

Dann gehe ich in die Kontrastbearbeitung (Ebene - Farben - Helligkeit/Kontrast) und erhöhe den Kontrast auf brutale 80 und setze da noch einmal die Helligkeit auf -50.

! ... ! Bedenkt bitte, das Auge darf nicht pechschwarz oder grau werden, das sieht unnatürlich aus.

Wer mag, kann dann noch mit dem Aufhell-Tool und einem sehr dünnen, weichen Pinsel ggf. über das Auge zeigende Haare nachzeichnen (Werkzeugeinstellung Deckkraft 45, Abwedeln, Schatten).

Ein weiterer Einsatzort für die Farbsättigungs-Anpassung (und das Histogramm) übrigens ist bei "überblitzten" Bildern.


Alternative 1:
Übrigens gibt es ein Script-Fu-PlugIn für Gimp, das rote Augen entfernen kann, ich bin aber auch nach mehreren Versuchen mit unterschiedlichen Einstellungen von dem Ergebnis nicht sehr begeistert (zu unnatürlich grau bzw. zu hell). Aber für eine Korrektur auf die Schnelle sicherlich nicht schlecht.

Wer es selber testen will, sollte das Listing in eine Textdatei kopieren und im Home-Verzeichnis unter ~/.gimp/scripts/red-eye.scm (ggf. gimp-2.0 o.�) abspeichern, dann Gimp mit einem betroffenen Bild starten, dort den Augenbereich mit dem Lasso markieren und im Rechtsklickmenü Script-Fu - Selection - Red Eye (oder Red Eye Desaturate) wählen. Achtung: zumindest unter Gimp 2.0 (anderes nicht getestet) wird nicht nur die Selektion bearbeitet, sondern sämtliches Rot im Bild (um das zu vermeiden, Selektion vorher kopieren und als neue Ebene einfügen und nur die bearbeiten).

Red Eye Desaturation Script-Fu
mit Red Eye Script-Fu (Desaturate), Beispiel 1
Red Eye Script-Fu
mit Red Eye Script-Fu, Beispiel 2

Alternative 2:
Auge auswählen (Lasso o.ä. mit ausgeblendeten Kanten)
neue Ebene in Schwarz über der Bildebene erstellen
im Ebenendock auf die neue Ebene rechtsklicken -> Ebenenmaske hinzufügen, aus Auswahl
nun im Ebenendock als Modus noch "Faser mischen" fr diese Ebene einstellen - voilà:)

Als Alternative zu "Faser mischen" kann man es auch mit "Multiplikation" und einer Deckkraft von maximal 80 versuchen. Ggf. muß dann noch ein weißer Reflex im Auge wieder aktiviert werden, indem man z.B. auf der Ebenenmaske (muß im Ebenendock weißen Rahmen haben, ggf. draufklicken) an der entsprechenden Stelle mit einem weichen Pinsel einen schwarzen Punkt setzt.

"Nachbelichten" als Ebenenmodus ist auch sehr gut geeignet (dunkler als "Faser mischen" und etwas heller und natürlicher als "Multiplikation" ohne Deckkraftreduzierung), allerdings werden Reflexe im Auge dabei ggf. rot dargestellt. Also auch hier auf der Ebenenmaske ggf. einen schwarzen Punkt setzen, es sei denn, man legt Wert auf ein "Terminator"-Glitzern.

Alternative 3:
Man zerlegt das Bild und erstellt damit einen Farbfilter:
Filter - Farben - Zerlegen - RGB
Nun erhält man ein weiteres Bild mit drei grauen Farbebenen. Man kopiert die erste Ebene, die blaue, als neue Ebene in das Originalbild. Dann markiert man wie gehabt das Auge (vorzugsweise blendet man dazu die graue Ebene aus, da man auf der farbigen die Grenzen besser erkennt). Nun macht man die graue Ebene wieder sichtbar und erstellt dafür eine Ebenenmaske aus der Auswahl. Und wundersamer Weise ist nun das rote Auge abgedunkelt :)

Probiert einfach mal alle vier Möglichkeiten aus; die Alternativen sind sicherlich nicht so aufwendig wie die erste Methode, dafür ist das Ergebnis dort etwas besser. I.d.R. wird man das aber auf kleinen Bildern mit kleinen (menschlichen) Augen gar nicht als Unterschied wahrnehmen. Ich persönlich bevorzuge inzwischen für die meisten Bilder die Ebenen-Methode (Alternative 2), da sie am unaufwendigsten ist.

! ... ! Man kann natürlich auch einfach die Auswahl mit einem schwarzen Pinsel im Modus "Nachbelichten" o.ä. ausmalen. Aber mit einer Ebene kann man viel leichter die Deckkraft kontrollieren und anpassen und auch den Modus schnell mal ändern.


Sollte das Menü fehlen, bitte ggf. hier nachladen.