Gimp: Ergänzung eines Bildes/Objekts im Bild

Susan Voitel, spacepenguin.de

Dieses Bild habe ich nicht nur aufgehellt (Werte), sondern ich habe auch den linken Rand komplett dazu gezeichnet (Stempel, gespiegelte rechte Seite), da der Hund zwar leider im Sucher mittig war, aber nicht auf dem Foto... Zusätzlich habe ich den Hintergrund weichgezeichnet, da die Tiefenschärfe für ein Portrait meinem Empfinden nach zu hoch war.

Wie ergänzt man nun am besten das Bild?

So leid es mir tut, dafür gibt es keine wirklichen Hilfen - man muss malen.
Es gibt zwar das Heal Selection Plugin für Gimp (aus Photoshop bekannt als "inhaltssensitives Füllen" (o.ä.), gleicher Algorithmus, Adobe hat das für Photoshop allerdings erst ein paar Jahre später realisiert), das ist hierfür aber eher ungeeignet, da man bei solchen Korrekturen an eine bestimmte Formfortführung gebunden ist und es zu viele Feinheiten gibt. Um ein Objekt aus einem Bild zu entfernen und die Lücke auszufüllen, ist "Heal Selection" aber hervorragend geeignet (externer Link).

In diesem Fall jedoch habe ich ersteinmal die Leinwand des Bildes so vergrößert, dass der Hund mehr als 2x ins Bild passt (ganz zum Schluss habe ich das Bild dann noch zugeschnitten), die Ebene kopiert und gespiegelt und beide so versetzt angeordnet, dass ich beide sehen kann, zwischen beiden aber noch Platz ist.

Das Original habe ich als obere Ebene genommen, das gespiegelte Bild als untere Ebene. Die untere gespiegelte Ebenen könnt ihr bei Bedarf mit dem Rotieren-Werkzeug drehen, wenn ihr einen anderen Winkel benötigt. Die Originalebene habe ich dann erstmal auf vergrößert, damit ich über den eigentlichen Bildbereich hinausmalen kann.

Man kann auch stattdessen natürlich auch zwei Bilder nehmen und sie sichtbar nebeneinander positionieren, wenn man mit dem Mehrfenstermodus von Gimp arbeitet. Ebenfalls alternativ kann man beide Bilder auf ein und der selben Ebene anordnen (vereinen), der Vorteil wäre, dass man zum Wechseln des Stempel-Ankers nicht auf die andere Ebene wechseln muss und wieder zurück zum Malen. Der Nachteil ist, man kann das Hilfsbild dann nicht nach belieben rotieren.

Das war die Vorbereitung. Und nun kommt das, was man in einem Tutorial eigentlich nicht beschreiben kann, das Malen, das muss man nach Gefühl machen -und du musst selbst wissen und entscheiden, wie die Form weitergeführt werden muss. Zoomt in das Bild hinein, damit ihr Details gut seht und akurat arbeiten könnt.

Der "Stempel" heißt eigentlich "Klonen"-Werkzeug, aber das Symbol ist halt ein Stempel. Den Anker für den Stempel habe ich auf die untere Ebene an einen passenden Punkt gesetzt, die obere Ebene aktiviert und mit dem Stempel darin in kleinen Strichen gemalt. Den Stempel-Anker setzt man, indem man die Strg-Taste drückt während man auf den Bereich klickt, der als Stempel-Ausgangspunkt genommen werden soll.

Es sollte ein weicher Pinsel eingestellt sein, die Pinselgröße habe ich öfter gewechselt und man sollte auch den Anker öfter neu setzen. Bei Fell muss man unbedingt auf die Fellrichtung achten! Man kann auch erst den Bereich mit einem größeren Pinsel grob vorfärben und anschließend die Feinheiten rausarbeiten. Zum Schluß habe ich statt mit dem Pinsel auch noch mit dem Heilen-Werkzeug gearbeitet, ggf. auch nur teildeckend. Bevor das Heilen-Werkzeug eingesetzt wird, sollte aber die ganze Fläche farblich passend ausgefüllt sein, sonst nimmt das Heilen-Werkzeug falsche Farbwerte an.

Wenn man das Glück hat, ein zweites Bild zur Verfügung zu haben, welches die fehlenden Bereiche enthält, kann man den Bereich auch daraus kopieren und als Basis in das zu ergänzende Bild einfügen.

Gesichter zu ergänzen ist weitaus schwieriger, da der menschliche Gesichtserkennungssinn sehr kritisch ist. Man muss wesentlich feiner arbeiten (höherer Zoom, kleinerer Pinsel). Da bietet es sich an, eher zu tupfen, als Striche zu malen. Gerade bei Hautpartien kann man zum Schluß gut mit einem sehr wenig deckenden Pinsel rübergehen, um Partien anzugleichen (wie ein Puderpinsel sozusagen).

Grundregel: Erst stempeln, dann heilen.

Ausblick: In der Entwicklerversion Gimp 2.9 gibt es bereits das Tool "Nahtlos Klonen", um ein Bild nahtlos in ein anderes einzufügen. Das dürfte für solche Korrekturen vermutlich noch besser geeignet sein, bislang erschließt sich mir die Bedienung allerdings noch nicht - wenn es denn überhaupt in meiner Version schon funktioniert...


Sollte das Menü fehlen, bitte ggf. hier nachladen.